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		<title>euro26.de Kolumnen</title>
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		<description>Tiefgang, Landgang und Friede(n)sbotschaften</description>
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			<title>euro26.de Kolumnen</title>
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		<lastBuildDate>Fri, 26 Jun 2009 14:43:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title><![CDATA[Time to say goodbye]]></title>
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			<description><![CDATA[Liebe Tiefgängerin, lieber Tiefgänger,

das ist der vorerst letzte Tiefgang, um den euro26.de mich bittet. Ich habe an dieser Stelle seit bemerkenswerten zwei-dreiviertel Jahren einmal pro Woche meine Gedanken um Dinge, die das Leben nachdenklicher, lebenswerter, wertvoller, anders, politischer,...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin:0 0 0 0;">Liebe Tiefgängerin, lieber Tiefgänger,<br /><br />das ist der vorerst letzte Tiefgang, um den euro26 mich bittet. Ich habe an dieser Stelle seit bemerkenswerten zwei-dreiviertel Jahren einmal pro Woche meine Gedanken um Dinge, die das Leben nachdenklicher, lebenswerter, wertvoller, anders, politischer, sozialer, grüner, spiritueller... eben „tiefer“ machen, publizieren dürfen. euro26 danke ich für das große Vertrauen, Dir danke ich für Deine Aufmerksamkeit.<br /><br />Du wirst vielleicht bemerkt haben, dass ich es liebe, Menschen kennenzulernen und ihre Geschichten zu erzählen. Eine letzte möchte ich heute erzählen: Vor wenigen Wochen war ich in Ankum. Das ist nicht weiter beschreibbar, außer, dass es in der Nähe des katholischen Osnabrücks liegt. Ich war Mitarbeiter auf einem Jugendcamp, das außerhalb der Stadttore Ankums bei den Herren Fuchs und Hase stattfand. Für einen Nachmittag allerdings waren wir als komplettes Camp auf den öffentlichen Plätzen Ankums mit guten Taten tätig, quasi als eine Art Live-Einstudierung eines anderen Lebensstils. Ich war in der Nähe der Kirche und traf dabei auf den Vikar der Gemeinde, dem ich alle meine Fragen rund um Ankum, die katholische Kirche und seinen Job stellte. Nach ungefähr 45 Min. bedankte ich mich ausdrücklich bei ihm dafür, dass er sich so viel Zeit für mich genommen hätte, denn er hätte ja sicherlich noch viele weitere Aufgaben. Daraufhin meinte er: „Wissen Sie, das ist es, was ich Ihnen in dieser stressigen und kurzlebigen Zeit wirklich gerne schenken möchte: Zeit! Keiner hat sie, aber jeder sehnt sich nach ihr. Ich glaube an die Existenz eines Ortes, an dem es unmessbar viel Zeit geben wird. Also sehe ich es als meine Aufgabe und mein Vorrecht, bereits jetzt schon so zu leben, als gäbe es den Himmel auf Erden.“<br /><br />Katholik bin ich seinerzeit nicht geworden, aber den Himmel auf Erden haben sich schon ganz andere Menschen gewünscht, und die waren mit Sicherheit nicht alle Kirchenmitglieder. Ein letztes Mal also ein Plädoyer für etwas, auf das ich nicht wirklich von alleine gekommen bin, und schon gar nicht mit so einer Begründung: Zeit zu schenken. Ich bin mir sicher, dass es eines der größten Geschenke sein kann, die wir überhaupt machen können. Denn keiner rechnet damit, und uns kann solch ein Geschenk richtig weh tun, zumindest, wenn Du so gestrickt bist, wie ich: Mir kann es richtig weh tun, so ein knappes Gut wie Zeit zu verschenken, weil ich selbst nie genug davon zu haben scheine.<br /><br />Unabhängig von Zeit: Den Himmel auf Erden schaffen oder zumindest die Hölle als Lebenszustand mancher zu beseitigen, das ist ein ambitioniertes Ziel. Aber eines, für das es sich lohnt, zu leben und zu arbeiten.<br /><br />Wir lesen uns.<br />Martin Scott<br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Tiefgang</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 14:43:00 +0200</pubDate>
			
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			<title><![CDATA[Der Feiertag ist zum Feiern da]]></title>
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			<description><![CDATA[Als man den Ausnahmefußballer Bernd Schuster Anfang der 90er Jahre fragte, warum er so gerne in Spanien Fußball spielen und sein Leben dort so gerne verbringen würde, antwortete er: „Ganz einfach: Weil man in Spanien arbeitet, um zu leben, während man in Deutschland lebt, um zu arbeiten.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin:0 0 0 0;">Als man den Ausnahmefußballer Bernd Schuster Anfang der 90er Jahre fragte, warum er so gerne in Spanien Fußball spielen und sein Leben dort so gerne verbringen würde, antwortete er: „Ganz einfach: Weil man in Spanien arbeitet, um zu leben, während man in Deutschland lebt, um zu arbeiten.“<br /><br />Für mich als supergern Arbeitender wird’s jetzt hart, den Rest der Kolumne auszuformulieren. Denn die Ausrichtung dieses Textes ist ja mit dem Zitat des vor kurzem bei Real Madrid als Trainer gefeuerten Fußballstars bereits vorgegeben: Die Arbeit ist nicht wichtiger, als das Leben selbst. Sondern zuerst kommt das Vergnügen, dann die Arbeit.<br /><br />Da fällt mir mal wieder so ein Paper in die Hände, das den ewigen Streit um die Anzahl unserer Feiertage aufgreift. Haben wir nun zu viele Pfingstmontage oder zu wenige Buß- und Bettage? Wirtschaftlich betrachtet entgingen den Unternehmen ja jährlich Milliarden an EUR Umsatz, weil es in Deutschland so viele Feiertage gebe; alleine die Abschaffung des Ostermontags würde schon viele Millionen zusätzlich bringen – bleibt nur noch die Frage offen, wo die extra Moneten herkommen sollen, die wir alle zusätzlich ausgeben sollen...<br /><br />Rund um unsere Feiertage und im übrigen auch um den regelmäßigen Feiertag, auch „Sonntag“ genannt, ist ein Kampf entstanden, der dem schusterischen Zitat sehr viel Leben einhaucht. Für mich, der ich die Interviews von Fußballpromis schon viele Jahre aufmerksam verfolge, kommt das ein wenig überraschend, weil ich hier im Normalfall wenig bis gar keine Weisheit vermute. Aber wenn sich eine Gesellschaft nicht mehr gemeinsam auf eine Pause vom Alltag einigen kann, wird sie zwangsläufig auch nicht mehr zusammen Pause machen können – liegt irgendwie auf der Hand. Also kommt doch zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen?!<br />&nbsp;<br />Ich hatte mal angefangen, Sonntags keine Brötchen mehr in Bäckereien zu kaufen, um sozusagen meinen Beitrag zu leisten, dass Sonntags keine Geschäfte mehr offen haben. Mein WG-Mitbewohner machte mir aber ein schlechtes Gewissen, ich würde dadurch auch Arbeitsplätze vernichten. Ein Dilemma! Aber wie sonst soll Deutschland auch ein Land sein, in dem zuerst das Leben, dann die Arbeit kommt?!</p>]]></content:encoded>
			<category>Tiefgang</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 13:30:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title><![CDATA[Liebe Frauen]]></title>
			<link>http://www.euro26.de/no_cache/themen-kolumnen/friedensbotschaften/datum/2009/06/22/liebe-frauen.html</link>
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			<description><![CDATA[Liebe Frauen

Ihr besitzt einen entscheidenden Vorteil gegenüber uns Männern: Ihr könnt Kinder auf die Welt bringen. Manch einer wird jetzt meinen, dass sei in unserer getakteten Fortschrittsgesellschaft eher ein belastendes natürliches Privileg und stünde einer ungebremsten Karriere im Weg....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin:0 0 0 0;">Liebe Frauen<br /><br />Ihr besitzt einen entscheidenden Vorteil gegenüber uns Männern: Ihr könnt Kinder auf die Welt bringen. Manch einer wird jetzt meinen, dass sei in unserer getakteten Fortschrittsgesellschaft eher ein belastendes natürliches Privileg und stünde einer ungebremsten Karriere im Weg. Stimmt, wenn man ausschliesslich im Karrierekontext denkt und die berufliche Selbstverwirklichung zu seinem Glück macht. <br /><br />Wer sich auf die Natur des Lebens als Ganzes besinnt, die natürliche Ordnung und den Fluss der Dinge beginnt zu erkennen, begreift bald, dass eine Karriere - egal wie steil - in eben dieser natürlichen Ordnung keine Bedeutung hat. Sie ist höchstens eine Abstraktion des Überlebenskonzepts, weit weg vom Wesentlichen. Doch gerade wir Männer finden oft nur in der Karriere beziehungsweise Selbstverwirklichung zu Bedeutung; zu einer Bedeutung, die uns die Natur nicht gibt, da sie uns nur eine kurze Nebenrolle zugedacht hat, die Rolle des Samenspenders, der beliebig austauschbar ist und nach der erfolgreichen Befruchtung nicht mehr zwingend notwendig ist für das gesunde Gedeihen des neuen Lebens. &nbsp;<br /><br />Eine Nebenrolle verdaut das männliche Ego recht schlecht. Und so kommt es, dass wir Männer uns dem Druck aussetzen, etwas Grosses schaffen und hinterlassen zu wollen, mit der bösen Ahnung im Nacken, dass wir einst zur Mehrheit der Gescheiterten oder Vergessenen zählen werden. In der Geschichte hat dieser Trieb auf unterschiedliche Weisen Ausdruck gefunden. Manche Männer haben Länder erobert, andere Religionen gestiftet, ein paar wenige haben beides getan. Wieder andere haben die Wissenschaft revolutioniert und die Künste verfeinert. Wirkliche und dauerhafte Bedeutung haben aber eben nur wenige erlangt. </p>]]></content:encoded>
			<category>Friede(n)sbotschaften</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 08:19:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title><![CDATA[Außenseiter heute und vor 2000 Jahren]]></title>
			<link>http://www.euro26.de/no_cache/themen-kolumnen/tiefgang/datum/2009/06/19/aussenseiter-heute-und-vor-2000-jahren.html</link>
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			<description><![CDATA[Neulich habe ich Weihnachten gefeiert! Na ja, so ein bisschen. Immerhin gab’s die Weihnachtsgeschichte. Von mir erzählt, und ein paar andere haben zugehört. Ich hatte den Job gezogen, sie nicht nur zu erzählen, sondern mich noch besonders darauf vorzubereiten. (Eine ganz fabelhafte Idee, eigentlich...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin:0 0 0 0;">Neulich habe ich Weihnachten gefeiert! Na ja, so ein bisschen. Immerhin gab’s die Weihnachtsgeschichte. Von mir erzählt, und ein paar andere haben zugehört. Ich hatte den Job gezogen, sie nicht nur zu erzählen, sondern mich noch besonders darauf vorzubereiten. (Eine ganz fabelhafte Idee, eigentlich fest im Jahreslauf verankerte Feste mal ganz wann anders zu feiern, z. B. Spargelstechen am 24.12. – eine echte Alternative!)<br /><br />Habe ich dann auch gemacht, mich drauf vorbereitet. Habe die Geschichte von Gott und der Welt zu Weihnachten erzählt und kam dann zu einem der Highlights der Geschichte: den Hirten. Wenigstens zu ihren Personen hatte ich herausgefunden, welche krasse Bedeutung sie eigentlich für die ganze Geschichte spielen und dass die Leute vor 2.000 Jahren das auch kapiert haben, wenn sie die Geschichte hörten. Das alles mündete in einem Spitzensatz: Ich sagte, die Hirten hätten damals ungefähr den gleichen Ruf gehabt, wie Neo-Nazis bei uns heute. Da ging ein Raunen durch die Bude und ich wurde angeguckt, als sei ich selbst einer - mein lieber Mann! Und ganz kurz fürchtete ich um mein Leben. Ich fügte noch fix an, dass ich damit überhaupt nichts über die politische Gesinnung der armen Hirten von vor 2.000 Jahren gesagt haben wollte. Mir wäre es vielmehr darum gegangen, auf den gesellschaftlichen Status der antiken Schäfer hinzuweisen, von dem ich glaube, dass er der gleiche ist, wie der von Neo-Nazis bei uns heute. Da gab’s ein langes Schweigen, dessen Bedeutung mir heute immer noch nicht ganz klar ist.<br /><br />Neo-Nazis vertreten und verbreiten eine Gesinnung, der ich mich nicht anschließen möchte und von der ich eigentlich nicht möchte, dass sie überhaupt verbreitet wird. Aber ich habe neulich mal gedacht: Eigentlich sind die meisten doch arme Schweine – würden sie sich ändern, wenn man ihnen gegenüber nicht mit blankem Hass treten würde? In dem Haus für Kinder und Jugendliche, in dem ich arbeite, habe ich ein eigenes Experimentierfeld dafür. Da sind auch so’n paar verkappte Rechte, die von irgendwo her eine Ideologie gesteckt bekommen, aber sie nie reflektiert haben. Sie merken bloß, dass sie keine Alternative zu ihrem braunen Denken kennen, um mit ihrer Zukunftsangst und ihrer Unsicherheit vor dem Fremden umgehen können. Eigentlich sind sie die ganz armen Schweine und deshalb Außenseiter. Also: Würde sich was ändern, wenn wir ihnen anders, als mit bloßer Ausgrenzung begegnen würden?!<br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Tiefgang</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 16:22:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title><![CDATA[Noch mehr Bier vertrag' ich eh nicht]]></title>
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			<description><![CDATA[Es gibt einige Menschen in meinem Leben, die gehen mir ein bisschen auf den Sack. Das sind die, die mir regelmäßig gute Ratschläge erteilen wollen, wie viel ich zu arbeiten hätte und wie viel nicht. Wenn die Säcke und ich uns darin einig wären, würden sie mir nicht auf den Sack gehen. Auch nicht,...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin:0 0 0 0;">Es gibt einige Menschen in meinem Leben, die gehen mir ein bisschen auf den Sack. Das sind die, die mir regelmäßig gute Ratschläge erteilen wollen, wie viel ich zu arbeiten hätte und wie viel nicht. Wenn die Säcke und ich uns darin einig wären, würden sie mir nicht auf den Sack gehen. Auch nicht, wenn sie mehr Arbeitszeit einfordern würden, als ich tatsächlich ableiste. Denn ich meine, über ein sehr gutes Einschätzungsvermögen meiner Arbeitszeit zu verfügen und komme da selten in Verlegenheit.<br /><br />Die Menschen, die ich meine, gehen mir auf den Sack, weil sie einfordern, ich solle weniger arbeiten, als ich regelmäßig tue. Aber ihre einzige Argumentationsbasis ist die einer Zahlenwelt. Und die macht mich verrückt. Da gibt es z. B. einige Leute, die mir bestimmte Prozentwerte unter die Nase halten: Der größere der beiden Werte soll mir dann «beweisen», dass ich zu viel arbeite und zu wenig Fußball gucke. Dazu gibt’s viele weitere Ratschläge, weise Lebensregeln und noch mal mehr Zahlen, die angeblich was über mein Leben und seine Qualität aussagen.<br /><br />Das, was mich aber wirklich kirre macht sind diese Lebensweisheiten, die mir noch nicht mal mit einer Vorkommastelle das Glücklichsein errechnen können. Meint Ihr denn tatsächlich, ein Fußballspiel mehr macht mich glücklicher, als ich ohnehin schon bin? Meint Ihr, eine Fete mehr macht mich zufriedener, als ich ohnehin schon bin? Meint Ihr, ein langes Wochenende mehr macht mich erfüllter, als ohnehin schon? Oh nein! Dafür sind ganz andere Faktoren verantwortlich!<br /><br />Die Frage, wie viel ein Mensch arbeitet, ist – wenn’s nach mir geht – nur dann entscheidend, wenn man seinen Job grundsätzlich nicht mag. Und vielleicht dann noch, wenn man ansonsten gar nichts mehr anderes macht, als zu arbeiten. Dann mögen die Zahlen vielleicht helfen. Viel entscheidender finde ich aber die Frage, wofür man arbeitet, wofür man sich einsetzt, wofür man seine Lebenszeit teilt. Dann ist die Zeit, in der man es arbeitend aushält, sehr viel größer, als wenn man in einem Ätzjob gefangen ist, den man vom ersten Tag an mit der Einstellung «Ich bin jung, ich brauche das Geld!» rechtfertigt.<br /><br />Liebe Leute, danke, dass ihr euch so viel Sorgen um mich macht. Die sind aber völlig unbegründet. Ich liebe das, was ich mache und bin sehr glücklich dabei. Und noch mehr Bier vertrag' ich eh nicht…</p>]]></content:encoded>
			<category>Tiefgang</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 08:46:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title><![CDATA[Lieber Obama]]></title>
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			<description><![CDATA[Lieber Obama

Ich weiss, es ist total chic, dich zu mögen und in dir den Heilsbringer zu sehen. Du bist ein super Typ, man will dir glauben. Dir glauben tun inzwischen auch schon so viele, dass die Abgrenzungsneurotiker und Prinzipindividualisten unter uns, dem Kult um deine Person bereits...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin:0 0 0 0;">Lieber Obama<br /><br />Ich weiss, es ist total chic, dich zu mögen und in dir den Heilsbringer zu sehen. Du bist ein super Typ, man will dir glauben. Dir glauben tun inzwischen auch schon so viele, dass die Abgrenzungsneurotiker und Prinzipindividualisten unter uns, dem Kult um deine Person bereits misstrauen und sich deshalb distanzieren. Und auch ich würde - wärest du nicht du - den Stammtisch mit provokativer Rhetorik zum Zweifeln bringen wollen. Einfach so, um der Provokation willen.<br /><br />Ich will dir aber glauben. Mir ist es auch egal, ob du alle deine Versprechungen in die Tat umsetzt. Mir reicht es, zu fühlen, dass du ein gutes Herz hast; zu sehen, dass du den Menschen auf Augenhöhe begegnest. Ich mag dein diplomatisches Geschick, deine Demut vor anderen Kulturkreisen. Und ich bin froh, dass du den Menschen auf der Welt ein gutes und solides Vorbild bist. Endlich einer, der kein Theater macht oder zumindest so gut spielt, dass es echt wirkt.<br /><br />Ich erkenne mich auch kaum wieder, wenn ich berührt bin von deinen Reden und in der Folge Zukunftsfreude bei mir aufsteigt. Den Worten eines Politikers schenkte ich bisher wenig Glauben. Es mag wohl daran liegen, dass du kein Politiker bist, zumindest keiner vom bisherigen Typ. Du bist kein Mensch für die Politik, sondern ein Politiker für die Menschen; einer der die Dinge im globalen Zusammenhang und auf Zeit sieht. <br /><br />Es fällt mir nicht einmal mehr auf, dass du ja &quot;nur&quot; der Präsident der USA bist und ich Teil einer anderen, europäischen Demokratie bin und infolgedessen nicht oder zumindest nur sehr indirekt unter deinem politischen Einfluss stehe. Ich sehe in dir den ersten properen Leader of the Free World; einen, der Grosses bewegen wird; einen, der die Welt zum Besseren führen wird.<br /><br />Enttäusch mich nicht. Sonst hab ich mich für das hier zu schämen.</p>]]></content:encoded>
			<category>Friede(n)sbotschaften</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 11:13:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title><![CDATA[Große tun Großes, Kleine tun Kleines]]></title>
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			<description><![CDATA[Manchmal habe ich das Gefühl, dass eigentlich alle diese Welt verbessern wollen. Der, der irgendwo hin muss und manchmal Fahrrad, statt Auto fährt. Der Computer-User, der manchmal auf Öko-Papier, statt auf gebleichtem Papier druckt. Der Musikliebhaber, der manchmal Coldplay hört und den 27...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin:0 0 0 0;">Manchmal habe ich das Gefühl, dass eigentlich alle diese Welt verbessern wollen. Der, der irgendwo hin muss und manchmal Fahrrad, statt Auto fährt. Der Computer-User, der manchmal auf Öko-Papier, statt auf gebleichtem Papier druckt. Der Musikliebhaber, der manchmal Coldplay hört und den 27 verschiedenen Bessere-Welt-Links in ihren Alben folgt. Der, der manchmal im Bioladen einkauft, statt nur im gewöhnlichen Supermarkt. Und der, der seinen Fernseher komplett aus macht, als ihn ständig im Standby-Modus zu lassen. Aber macht das wirklich einen Unterschied?<br /><br />Die generellen, grundsätzlichen Entscheidungen, die einen großen Unterschied machen, die überlasse ich lieber Frau Merkel, Herrn Obama und ihren Teams. Da gehören die großen, Welt verändernden politischen Entscheidungen einfach hin. Und die wirtschaftlichen Entscheidungen, die überlasse ich gerne der Wirtschaft – was soll ich armes Licht denn schon bewirken?<br /><br />Kritisieren – das kann ich. Zum Beispiel, dass kaum ein Wirtschaftsbetrieb wirklich dazu bereit ist, grundlegende Entscheidungen zu fällen, die das Gesicht des Planeten wirklich nachhaltig verändern.&nbsp; Fischereibetriebe, die nur noch vor der eigenen Haustür fischen gehen, ohne, dass Fanggründe (anderer) leer gefischt werden oder Papierhersteller, die für jeden gefällten Baum einen neuen pflanzen. Ich habe da viele Ideen, wie man es besser machen könnte.<br /><br />Und deshalb bin ich einigermaßen überrascht, seit einiger Zeit so viele Statements von Unternehmen zu vernehmen, die ihre soziale, politische und ökologische Verantwortung betonen und denke mir: Habe ich was verpasst? Denn bislang halte ich das meistens für Zynismus pur, wenn ich z. B. mal wieder Fischstäbchen kaufe und mir auf der Packung erzählt wird, ich täte genau dadurch etwas für den Artenerhalt in den Ozeanen. Fällt mir schon ein bisschen schwer, das zu glauben.<br /><br />Aber wenn es mir schon so schwer fällt, meine täglichen Gewohnheiten zu verändern, um meinen Beitrag beizusteuern, wie viel schwerer muss das ganzen politischen Systemen oder wirtschaftlichen Schwergewichten fallen? Und daher komme ich diese Tage nicht umhin, die Behauptung zynisch zu belächeln, bei tausendfacher Fischstäbchen-Produktion pro Stunde würde man gleichzeitig auch noch etwas für den Artenerhalt in den Ozeanen tun.<br /><br />Und trotzdem glaube ich, dass wir Respekt für die Großen unserer Gesellschaft entwickeln sollten. Denn 1. wir sind auf ihre nachhaltige Veränderung angewiesen und 2. gibt es auch Mut machende Beispiele. Jeder Schritt zählt! Pflanzt Bäume, lasst endlich das 3-Liter-Auto zu oder schmeißt meinetwegen Fische wieder in die Ozeane zurück – was auch immer! Sonst steuere ich meinen kleinen Teil dazu bei, indem ich keine Fischstäbchen mehr kaufe. Und wenn viele Kleine sich zusammenschließen, entsteht etwas sehr Großes, so dass auch die Großen davor Respekt haben werden.</p>]]></content:encoded>
			<category>Tiefgang</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 08:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title><![CDATA[Zivilcourage]]></title>
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			<description><![CDATA[Wenn ich an Zivilcourage denke, fällt mir zuerst die heldenhafte Geschichte von Linda ein, die immer wieder dafür gesorgt hat, Mitschüler vor unserem Klassenlehrer zu retten, die er eigentlich vor der gesamten Klasse schlecht machen wollte. Da dieser mich auch öfters für seine ausufernden...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin:0 0 0 0;">Wenn ich an Zivilcourage denke, fällt mir zuerst die heldenhafte Geschichte von Linda ein, die immer wieder dafür gesorgt hat, Mitschüler vor unserem Klassenlehrer zu retten, die er eigentlich vor der gesamten Klasse schlecht machen wollte. Da dieser mich auch öfters für seine ausufernden Schimpftiraden auserkoren hatte, weiß ich nur zu gut, welches gute Gefühl Solidarität in einem auslösen kann.<br><br>Als nächstes fällt mir dann die Geschichte von einem Mann ein, der eigentlich nur ein bisschen spazieren ging, dabei Zeuge eines Einbruchs wurde und sofort die Polizei verständigte. Und ganz aktuell fallen mir noch die 2.500 Menschen in Mainz ein, die am vergangenen Wochenende mit ihrer friedlichen Demonstration einen Aufmarsch von Neonazis verhindert haben.<br><br>Erst viel später fallen mir die zahllosen Menschen ein, die sich an irgend einer Stelle unserer Gesellschaft ehrenamtlich engagieren. Wie z. B. Threeske. Im Hauptberuf ist sie Lehrerin an einer Förderschule und unterrichtet dort Kinder, die Defizite in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung haben. Jede Woche gibt’s ’ne neue Story von ihr, die immer wieder nur eines belegen: Leicht ist ihr Job nicht und was sie dort erlebt, würde bei vielen anderen wahrscheinlich dazu führen, in der Freizeit zu einer Couch Potato zu mutieren. Threeske nutzt ihre Freizeit aber anders. Einen Abend pro Woche ist sie in einer offenen Einrichtung für Kinder und Jugendliche ehrenamtlich tätig und dient dort dem Nachwuchs des Stadtteils vor allem als Spiel- und Gesprächspartnerin, einen zweiten Abend pro Woche investiert sie in die Arbeit einer Kirchengemeinde.<br><br>Ich frage mich: Warum fällt mir ihr Engagement nicht im ersten oder zweiten, sondern erst im dritten Anlauf ein? Vielleicht, weil ehrenamtliches Engagement in der Öffentlichkeit entweder totgeschwiegen, oder aber als selbstverständlich akzeptiert wird. Dabei ist jeder 5. Berufstätige in Deutschland ehrenamtlich tätig (laut einer <a href="http://www.dbsh.de/redsys/soztop/userpages/ehre1.html" target="_blank">Studie</a> aus dem Jahr 2001) – Tendenz steigend? Kommt auf unsere Generation drauf an, würde ich sagen. Momentan geht der Trend ja zum Entwicklungshelfer und Klimaschützer im Erstberuf. Eine gute Entwicklung: die Professionalisierung dessen, was lange nur als „Zivilcourage“ abgetan wurde. Wenn dabei aber das unbezahlte Engagement vor der eigenen Haustüre vergessen wird, ist das, was „Zivil“ Courage eigentlich ausdrücken möchte, falsch verstanden worden.<br><br></p>]]></content:encoded>
			<category>Tiefgang</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 29 May 2009 09:11:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title><![CDATA[Liebe Künstler]]></title>
			<link>http://www.euro26.de/no_cache/themen-kolumnen/friedensbotschaften/datum/2009/05/25/liebe-kuenstler.html</link>
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			<description><![CDATA[Liebe Künstler

Es war lustig mit euch die letzten vierzig Jahre. Ihr habt performativ in Schweineblut gebadet, auf grossformatigen Leinwänden mit Strich und Farbe Tabus gebrochen, Fotos provokativ montagiert, an legendären Society-Parties geräuschvoll den übersäuerten Champagner-Magen auf den...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin:0 0 0 0;">Liebe Künstler<br /><br />Es war lustig mit euch die letzten vierzig Jahre. Ihr habt performativ in Schweineblut gebadet, auf grossformatigen Leinwänden mit Strich und Farbe Tabus gebrochen, Fotos provokativ montagiert, an legendären Society-Parties geräuschvoll den übersäuerten Champagner-Magen auf den Salonteppich entleert und in der Öffentlichkeit womöglich eure Geschlechtsteile gezeigt. <br /><br />Dem allem habt ihr lange eine Bedeutung zu verleihen versucht. Der eine kotzte Dom Perignon für den Weltfrieden, der andere fotografierte sein erregtes Glied gegen den Hunger in der Dritten Welt und manche von euch wollten sich indirekt für die absolute Meinungsfreiheit engagieren, indem sie mit perversen Dekadenz-Motiven schockierten. Hauptsache, euer Galerist konnte euch mit dem Attribut &quot;kritisch&quot; verkaufen. <br /><br />Ich frage mich nun: Was soll als nächstes kommen? Habt ihr nicht schon jede Perversion dargestellt, jedes normalbürgerliche Streben für lächerlich und jeden Gottesglauben für dumm erklärt? Stellt ihr überhaupt noch die bedeutenden Fragen, ihr Künstler? Oder beginnen und enden eure Werke mit der offenen Provokation am Hier und Jetzt? <br /><br />Was tut ihr für die Zukunft? Ist die Kunst der Entblössung, die offene Rebellion und Konfrontation denn überhaupt noch interessant und inspirierend in unserer Medien-, Porno- und Gewalt-Gesellschaft? Wirkt die Provokation in unserem stumpfsinnigen Geistesklima noch was? Wäre es jetzt nicht angebracht, andere Wege zu gehen. Die Dinge aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten? Die Dinge grundsäztlich zu überdenken? So wie es die Kunst auch will? </p>]]></content:encoded>
			<category>Friede(n)sbotschaften</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 25 May 2009 08:18:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title><![CDATA[Respekt]]></title>
			<link>http://www.euro26.de/no_cache/themen-kolumnen/tiefgang/datum/2009/05/22/respekt.html</link>
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			<description><![CDATA[„Respekt“ ist eines der Schlüsselwörter unserer Gesellschaft und alle finden es wichtig. Nur wird es von jedem anders ausgelegt. Wenn z. B. ich an Respekt denke, dann fallen mir zuerst meine Eltern ein, von denen ich in meinem Leben immer wieder Respekt eingefordert habe. Damit meine ich vor allem,...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin:0 0 0 0;">„Respekt“ ist eines der Schlüsselwörter unserer Gesellschaft und alle finden es wichtig. Nur wird es von jedem anders ausgelegt. Wenn z. B. ich an Respekt denke, dann fallen mir zuerst meine Eltern ein, von denen ich in meinem Leben immer wieder Respekt eingefordert habe. Damit meine ich vor allem, dass sie sich genau so selbstverständlich bei mir für ihr Fehlverhalten entschuldigen sollen, wie sie das von mir erwarten, wenn ich mich daneben benehme. Anderen fällt vielleicht zu aller erst ihr Verhältnis zu ihrem Lehrer ein, von dem sie erwarten, dass er nicht ständig voraussetzt, dass aus seinen Schülern eh nichts wird. <br /><br />Gerade habe ich die &lt;LINK <a href="http://www.neon.de/kat/sehen/gesellschaft/248350.html&amp;gt;Geschichte" target="_blank">www.neon.de/kat/sehen/gesellschaft/248350.html&gt;Geschichte</a> von Ümit&lt;/LINK&gt; gelesen.* Ümit erwartet auch Respekt und meint damit, dass er dieselben Chancen – z. B. im Job – einfordert, wie andere sie auch haben und dass er nicht bereits im Vorfeld aussortiert wird, nur weil dem einen Chef seine Nase und dem anderen Chef sein Schulabschluss nicht gefällt. Weil er sich immer und immer wieder benachteiligt fühlt, hat er mittlerweile den Spieß umgedreht und verlangt jetzt selber, sehr offensiv, Respekt von anderen. Und wenn er von Respekt redet, dann meint er damit, dass keiner seine Freundin auch nur angucken darf.<br /><br />„Respekt“ hat damit zu tun, dass alle Menschen sich wünschen, jederzeit auf gleicher Augenhöhe wahrgenommen und behandelt zu werden. Und damit ist Respekt in unserer Gesellschaft scheinbar unerreichbar. Was tun? Irgendwo muss es doch einen Durchbruch geben! Irgendwann müssen Du und ich einem Menschen an irgend einer Stelle mehr Respekt zollen, als er oder sie an genau dieser Stelle erwartet. Ich glaube, dass das geht. Und ich glaube auch, dass es genauso erlaubt ist, an der gleichen Stelle Respekt für sich selber einzufordern. Ich glaube allerdings auch, dass das nicht leicht ist. <br /><br /><br />* Name geändert<br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Tiefgang</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 22 May 2009 08:16:00 +0200</pubDate>
			
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