Eingang für Member

 
 


Es gibt einige Menschen in meinem Leben, die gehen mir ein bisschen auf den Sack. Das sind die, die mir regelmäßig gute Ratschläge erteilen wollen, wie viel ich zu arbeiten hätte und wie viel nicht. Wenn die Säcke und ich uns darin einig wären, würden sie mir nicht auf den Sack gehen. Auch nicht, wenn sie mehr Arbeitszeit einfordern würden, als ich tatsächlich ableiste. Denn ich meine, über ein sehr gutes Einschätzungsvermögen meiner Arbeitszeit zu verfügen und komme da selten in Verlegenheit.

Die Menschen, die ich meine, gehen mir auf den Sack, weil sie einfordern, ich solle weniger arbeiten, als ich regelmäßig tue. Aber ihre einzige Argumentationsbasis ist die einer Zahlenwelt. Und die macht mich verrückt. Da gibt es z. B. einige Leute, die mir bestimmte Prozentwerte unter die Nase halten: Der größere der beiden Werte soll mir dann «beweisen», dass ich zu viel arbeite und zu wenig Fußball gucke. Dazu gibt’s viele weitere Ratschläge, weise Lebensregeln und noch mal mehr Zahlen, die angeblich was über mein Leben und seine Qualität aussagen.

Das, was mich aber wirklich kirre macht sind diese Lebensweisheiten, die mir noch nicht mal mit einer Vorkommastelle das Glücklichsein errechnen können. Meint Ihr denn tatsächlich, ein Fußballspiel mehr macht mich glücklicher, als ich ohnehin schon bin? Meint Ihr, eine Fete mehr macht mich zufriedener, als ich ohnehin schon bin? Meint Ihr, ein langes Wochenende mehr macht mich erfüllter, als ohnehin schon? Oh nein! Dafür sind ganz andere Faktoren verantwortlich!

Die Frage, wie viel ein Mensch arbeitet, ist – wenn’s nach mir geht – nur dann entscheidend, wenn man seinen Job grundsätzlich nicht mag. Und vielleicht dann noch, wenn man ansonsten gar nichts mehr anderes macht, als zu arbeiten. Dann mögen die Zahlen vielleicht helfen. Viel entscheidender finde ich aber die Frage, wofür man arbeitet, wofür man sich einsetzt, wofür man seine Lebenszeit teilt. Dann ist die Zeit, in der man es arbeitend aushält, sehr viel größer, als wenn man in einem Ätzjob gefangen ist, den man vom ersten Tag an mit der Einstellung «Ich bin jung, ich brauche das Geld!» rechtfertigt.

Liebe Leute, danke, dass ihr euch so viel Sorgen um mich macht. Die sind aber völlig unbegründet. Ich liebe das, was ich mache und bin sehr glücklich dabei. Und noch mehr Bier vertrag' ich eh nicht…


Archiv  |  RSS  |  Weitersagen


 
Home Karte bestellen Europcar BYE BYE AXA ASSISTANCE