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Manchmal habe ich das Gefühl, dass eigentlich alle diese Welt verbessern wollen. Der, der irgendwo hin muss und manchmal Fahrrad, statt Auto fährt. Der Computer-User, der manchmal auf Öko-Papier, statt auf gebleichtem Papier druckt. Der Musikliebhaber, der manchmal Coldplay hört und den 27 verschiedenen Bessere-Welt-Links in ihren Alben folgt. Der, der manchmal im Bioladen einkauft, statt nur im gewöhnlichen Supermarkt. Und der, der seinen Fernseher komplett aus macht, als ihn ständig im Standby-Modus zu lassen. Aber macht das wirklich einen Unterschied?

Die generellen, grundsätzlichen Entscheidungen, die einen großen Unterschied machen, die überlasse ich lieber Frau Merkel, Herrn Obama und ihren Teams. Da gehören die großen, Welt verändernden politischen Entscheidungen einfach hin. Und die wirtschaftlichen Entscheidungen, die überlasse ich gerne der Wirtschaft – was soll ich armes Licht denn schon bewirken?

Kritisieren – das kann ich. Zum Beispiel, dass kaum ein Wirtschaftsbetrieb wirklich dazu bereit ist, grundlegende Entscheidungen zu fällen, die das Gesicht des Planeten wirklich nachhaltig verändern.  Fischereibetriebe, die nur noch vor der eigenen Haustür fischen gehen, ohne, dass Fanggründe (anderer) leer gefischt werden oder Papierhersteller, die für jeden gefällten Baum einen neuen pflanzen. Ich habe da viele Ideen, wie man es besser machen könnte.

Und deshalb bin ich einigermaßen überrascht, seit einiger Zeit so viele Statements von Unternehmen zu vernehmen, die ihre soziale, politische und ökologische Verantwortung betonen und denke mir: Habe ich was verpasst? Denn bislang halte ich das meistens für Zynismus pur, wenn ich z. B. mal wieder Fischstäbchen kaufe und mir auf der Packung erzählt wird, ich täte genau dadurch etwas für den Artenerhalt in den Ozeanen. Fällt mir schon ein bisschen schwer, das zu glauben.

Aber wenn es mir schon so schwer fällt, meine täglichen Gewohnheiten zu verändern, um meinen Beitrag beizusteuern, wie viel schwerer muss das ganzen politischen Systemen oder wirtschaftlichen Schwergewichten fallen? Und daher komme ich diese Tage nicht umhin, die Behauptung zynisch zu belächeln, bei tausendfacher Fischstäbchen-Produktion pro Stunde würde man gleichzeitig auch noch etwas für den Artenerhalt in den Ozeanen tun.

Und trotzdem glaube ich, dass wir Respekt für die Großen unserer Gesellschaft entwickeln sollten. Denn 1. wir sind auf ihre nachhaltige Veränderung angewiesen und 2. gibt es auch Mut machende Beispiele. Jeder Schritt zählt! Pflanzt Bäume, lasst endlich das 3-Liter-Auto zu oder schmeißt meinetwegen Fische wieder in die Ozeane zurück – was auch immer! Sonst steuere ich meinen kleinen Teil dazu bei, indem ich keine Fischstäbchen mehr kaufe. Und wenn viele Kleine sich zusammenschließen, entsteht etwas sehr Großes, so dass auch die Großen davor Respekt haben werden.


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