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„Respekt“ ist eines der Schlüsselwörter unserer Gesellschaft und alle finden es wichtig. Nur wird es von jedem anders ausgelegt. Wenn z. B. ich an Respekt denke, dann fallen mir zuerst meine Eltern ein, von denen ich in meinem Leben immer wieder Respekt eingefordert habe. Damit meine ich vor allem, dass sie sich genau so selbstverständlich bei mir für ihr Fehlverhalten entschuldigen sollen, wie sie das von mir erwarten, wenn ich mich daneben benehme. Anderen fällt vielleicht zu aller erst ihr Verhältnis zu ihrem Lehrer ein, von dem sie erwarten, dass er nicht ständig voraussetzt, dass aus seinen Schülern eh nichts wird.

Gerade habe ich die <LINK www.neon.de/kat/sehen/gesellschaft/248350.html>Geschichte von Ümit</LINK> gelesen.* Ümit erwartet auch Respekt und meint damit, dass er dieselben Chancen – z. B. im Job – einfordert, wie andere sie auch haben und dass er nicht bereits im Vorfeld aussortiert wird, nur weil dem einen Chef seine Nase und dem anderen Chef sein Schulabschluss nicht gefällt. Weil er sich immer und immer wieder benachteiligt fühlt, hat er mittlerweile den Spieß umgedreht und verlangt jetzt selber, sehr offensiv, Respekt von anderen. Und wenn er von Respekt redet, dann meint er damit, dass keiner seine Freundin auch nur angucken darf.

„Respekt“ hat damit zu tun, dass alle Menschen sich wünschen, jederzeit auf gleicher Augenhöhe wahrgenommen und behandelt zu werden. Und damit ist Respekt in unserer Gesellschaft scheinbar unerreichbar. Was tun? Irgendwo muss es doch einen Durchbruch geben! Irgendwann müssen Du und ich einem Menschen an irgend einer Stelle mehr Respekt zollen, als er oder sie an genau dieser Stelle erwartet. Ich glaube, dass das geht. Und ich glaube auch, dass es genauso erlaubt ist, an der gleichen Stelle Respekt für sich selber einzufordern. Ich glaube allerdings auch, dass das nicht leicht ist.


* Name geändert


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