Liebe Frauen
Ihr besitzt einen entscheidenden Vorteil gegenüber uns Männern: Ihr könnt Kinder auf die Welt bringen. Manch einer wird jetzt meinen, dass sei in unserer getakteten Fortschrittsgesellschaft eher ein belastendes natürliches Privileg und stünde einer ungebremsten Karriere im Weg. Stimmt, wenn man ausschliesslich im Karrierekontext denkt und die berufliche Selbstverwirklichung zu seinem Glück macht.
Wer sich auf die Natur des Lebens als Ganzes besinnt, die natürliche Ordnung und den Fluss der Dinge beginnt zu erkennen, begreift bald, dass eine Karriere - egal wie steil - in eben dieser natürlichen Ordnung keine Bedeutung hat. Sie ist höchstens eine Abstraktion des Überlebenskonzepts, weit weg vom Wesentlichen. Doch gerade wir Männer finden oft nur in der Karriere beziehungsweise Selbstverwirklichung zu Bedeutung; zu einer Bedeutung, die uns die Natur nicht gibt, da sie uns nur eine kurze Nebenrolle zugedacht hat, die Rolle des Samenspenders, der beliebig austauschbar ist und nach der erfolgreichen Befruchtung nicht mehr zwingend notwendig ist für das gesunde Gedeihen des neuen Lebens.
Eine Nebenrolle verdaut das männliche Ego recht schlecht. Und so kommt es, dass wir Männer uns dem Druck aussetzen, etwas Grosses schaffen und hinterlassen zu wollen, mit der bösen Ahnung im Nacken, dass wir einst zur Mehrheit der Gescheiterten oder Vergessenen zählen werden. In der Geschichte hat dieser Trieb auf unterschiedliche Weisen Ausdruck gefunden. Manche Männer haben Länder erobert, andere Religionen gestiftet, ein paar wenige haben beides getan. Wieder andere haben die Wissenschaft revolutioniert und die Künste verfeinert. Wirkliche und dauerhafte Bedeutung haben aber eben nur wenige erlangt.







